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Im Fortbildungsprospekt des Dekanates finden Sie Fortbildungsangebote für Ehrenamtliche und Hauptamtliche: http://www.dekanat-calw-drs.de/

Als wir im November in Bonn waren, um dort das Projekt "Petrusweg" kennenzulernen, überraschte uns die ansteckende Freude der Menschen, die uns dabei begegneten.
Kein Jammern und Klagen! Keine Frustration! Mitarbeit in der Kirche kann Freude machen. Gewiss gab es auch in Bonn nicht nur eitel Sonnenschein. Gewiss gab es auch dort Probleme, Nöte, Konflikte, aber all das hatte nicht dazu geführt, den sich engagierenden Menschen die Freude zu nehmen.
Ganz im Gegenteil: Die Freude wuchs aus ihrem Tun, aus ihren Ideen, aus ihren eigenen Talenten und Fähigkeiten, aus dem Zutrauen, das ihnen geschenkt wurde. Mitarbeit in der Kirche kann nicht nur Freude machen. Sie sollte Menschen mit Freude erfüllen, sonst ist irgendetwas nicht richtig gelaufen, sonst ist uns die Freude irgendwo abhanden gekommen.
Verstehen Sie dieses Fortbildungsprogramm deshalb als Angebot, dass Sie als Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Kirche Freude bei ihrem Tun finden, dass die Freude nicht verlorengeht.

„Gelebter Glauben ist Teilen und Gespräch“
Dekanatstag in Neubulach

Ca. 60 Menschen aus dem katholischen Dekanat Calw kamen am 22.10. im evangelischen Gemeindehaus in Neubulach zum Dekanatstag zusammen. Dekan Holger Winterholer war nicht nur dankbar für die gelebte ökumenische Gastfreundschaft, sondern freute sich auch daran, mit welchem Eifer und welcher Leidenschaft die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sich auf ein letztlich nicht einfaches spirituelles Thema einließen.
Der „Kraft zum Leben“ wollte der Dekanatstag auf die Spur kommen. Was gibt den Men-schen Kraft zum Leben? Was stärkt sie vor allem in den Momenten von Lebensübergängen, in denen es schwierig wird, in denen sich Menschen eher kraftlos fühlen? Was muss unsere Kirche ändern, um vermehrt für Menschen ein Ort zu sein, an dem sie Lebenskraft erfahren?
Mit diesen Fragen gingen die Teilnehmer zunächst in Gespräch und Auseinandersetzung mit einer Geschichte aus dem Markusevangelium, die von einer kranken, unter beständigem Blutfluss leidenden Frau erzählte. Sie hörten erstaunt, wie diese Frau einerseits bei den Ärzten keine Hilfe findet, wie sie andererseits den Mut findet, wider alle Regeln ihrer Zeit aufzubrechen, in der Menge die Berührung mit Jesus zu suchen.
Im anschließenden Vortrag machte die Freiburger Theologin und Schriftstellerin Dr. Hadwig Müller deutlich, dass die Kraft dazu aus einem inneren Hören wächst, das den Menschen bewegt, aktiv werden lässt. Die Frau breche auf. Das, was sie von Jesus höre, mache ihr Mut, wieder sich selbst und dem Leben zu vertrauen. Sie habe so viel Kraft, dass sie die Schwellen ihrer Zeit überschreitet und darin Heilung findet.
Daraus zieht Hadwig Müller auch Schlussfolgerungen für die Entwicklung der Kirche: Alle Veränderungen der letzten Jahrzehnte hätten in den Kirchen oft nur darauf gezielt, „die seit Jahrhunderten zur Gewohnheit gewordenen Aktivitäten einer Gemeinde aufrecht zu erhalten, allerdings angepasst an die heutigen Gegebenheiten. … So werden kaum neue Erfahrungen gemacht.“
Neue Erfahrungen würden nur aus einem Hören wachsen, das uns tief in unserem Innern berührt und dadurch unsere bisherigen Erfahrungen durchbricht. Priorität müssten deshalb in den Kirchen Christinnen und Christen haben, „die Gespräch und Austausch brauchen, um ihren Glauben darin zu entdecken und darin zu wachsen“.
Das wurde am Nachmittag des Dekanatstags gleich in drei Gesprächsrunden umgesetzt. Intensiv kamen die Teilnehmer/innen über eigene Glaubenserfahrungen in den Dialog. In der Abschlussrunde wurde das Fazit des Tages noch einmal deutlich: „Gelebter Glauben ist Teilen und Gespräch.“
Mit dieser Überzeugung, dass Kirchengemeinden sich mehr und mehr auch zu Orten des Hörens und Erzählens entwickeln müssen, gingen die Teilnehmer/innen nach der abschließenden Andacht erfüllt nach Hause.
„Wir hätten uns noch mehr Teilnehmer gewünscht, aber wichtiger ist uns noch, dass die, die da waren, etwas mitgenommen haben und im Herzen bewegen.“, äußerte sich Dekanatsreferent Hans-Joachim Remmert – für die Organisation des Tags verantwortlich – durchaus zufrieden mit dem Dekanatstag in Neubulach